
Geschichte der Entdeckung der Hefe 1895
Die älteste Flasche, die Winzerfamilie Schwarzenbach bei einer
Räuschlingdegustation am 18. Juni 2008 entkorkte, hatte 113 Jahre «verschüttet» im Sandsteinkeller eines Nachbarn gelegen.
Zwei Dutzend geladene Weinkenner und -geniesser probierten und genossen im damals brandneuen Schwarzenbach-Weinkeller die uralten Tropfen. Der 1895er, gewachsen am Ende der sogenannten «Kleinen Eiszeit», war trotz eines Alterstons noch sehr präsent mit guter Säure und harmonischen Aromen – erstaunlich! Dieser Wein war mit grosser Wahrscheinlichkeit ein «besserer» Tropfen, sonst wäre er gar nicht in eine Flasche abgefüllt worden.
Hermann «Stikel» Schwarzenbach hatte die Idee, den Inhalt dieser Flasche auf Mikroorganismen untersuchen zu lassen und erteilte der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW in Wädenswil den entsprechenden Auftrag. Und siehe da: Man wurde fündig! Die Hefe 1895 hatte die 113 Jahre in einer Art «Schlafzustand» verbracht (in der Wissenschaft bekannt als «dormancy»). Da sie aussergewöhnlich gute Gäreigenschaften aufweist (bereits zwei Goldmedaillen für mit ihr vergorene Weine!) wurde beschlossen, sie kommerziell zu produzieren und zu vermarkten, damit alle interessierten Weinproduzenten ihre Vorteile nutzen können.